Die Wohnungswirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Klimaziele, steigende Baukosten und ein stagnierender Neubau belasten viele Unternehmen. BWI sprach mit Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw), über die Transformation der Wohnungswirtschaft, aktuelle politische Prozesse und die Frage, wie genossenschaftliches Wohnen bezahlbar bleiben kann. Frau Dr. Schmitt, wie würden Sie die zentralen Aufgaben des vdw beschreiben? Der vdw ist seit jeher der gesetzliche Prüfverband für Wohnungsbaugenossenschaften und untersteht dabei der Aufsicht des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. Darüber hinaus sind wir aber auch die Interessenvertretung für insgesamt 180 sozial orientierte Wohnungsunternehmen in beiden Bundesländern - neben den traditionsreichen Genossenschaften gehören mittlerweile auch viele kommunale sowie einige private und kirchliche Wohnungsgesellschaften zu unseren Mitgliedern. Den sehr unterschiedlichen Ansprüchen der Wohnungsunternehmen entsprechend ist unser Leistungskatalog heute sehr ausdifferenziert. Was für Leistungen sind das konkret? Die vdw-Mitgliedsunternehmen stellen guten und bezahlbaren Wohnraum bereit. Ihre „DNA“ besteht darin, Wohnungen mit einem soliden baulichen Standard, kombiniert mit einem intakten Wohnumfeld, anzubieten. Der vdw unterstützt sie dabei durch Beratung in technischen, juristischen und wirtschaftlichen Fragen sowie hinsichtlich guter Quartiersarbeit. Viele vdw-Mitgliedsunternehmen arbeiten mit Sozialarbeiter:innen, Quartiersmanager:innen oder Initiativen zusammen. Diese Aktivitäten reichen weit über die unmittelbare Wohnumgebung hinaus: Sie stärken Nachbarschaften, stabilisieren soziale Strukturen und fördern ein gutes Miteinander. Wir haben eine Rechtsabteilung und arbeiten mit spezialisierten Partnerkanzleien, an die sich unsere Mitglieder wenden können. Wir nehmen Stellung zu Gesetzesentwürfen, formulieren Forderungen und bringen uns aktiv in politische Diskussionen ein. Darüber hinaus entwickelt unser Verband bauliche Standards und Leitlinien für den Wohnungsbau mit. Eine wichtige Aufgabe ist zudem die Beförderung des Austauschs zwischen den Vorständinnen und Vorständen unserer Mitgliedsunternehmen, aber auch zwischen den Mitarbeitenden der verschiedenen Unternehmensbereichen. Wir bieten Schulungen, Seminare und Fachtagungen . Das Prinzip „Voneinander lernen“ bietet unschätzbaren Wert für die Unternehmenspraxis. Was leistet Ihr Verband auf der politischen Ebene? Und was hat es mit dem „Niedersächsischen Weg“ auf sich? Zwischen Klimazielen und Bezahlbarkeit Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft: Wie der vdw technische, wirtschaftliche und politische Weichen stellt Dr. Susanne Schmitt ist Juristin und Verbandsdirektorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw); hier im Gespräch mit BWI-Chefredakteurin Regine Krüger. 12 Wohnen
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