BWI Ausgabe 01/2026

E in Einfamilienhaus aus den 1930erJahren, ein großzügiges Grundstück – und der Wunsch nach mehr Raum, Licht und Verbindung zum Garten. Für Bauherrin Meike Lingies war klar, dass der bestehende Wintergarten keine Zukunft hatte. Gemeinsam mit Martin A. Müller von mm architekten entstand ein moderner, gerundeter Anbau, der Alt und Neu selbstverständlich verbindet. Im Gespräch berichten Bauherrin, Architekt und Metallbauer über Entwurf, Umsetzung und die Bedeutung von Präzision und Kostensicherheit. Meike Lingies: Wir sind sehr altbauaffin und haben gezielt nach einer Immobilie gesucht, die Entwicklungspotenzial hat. Das Haus aus den 1930er Jahren war komplett sanierungsbedürftig – genau das hat uns gereizt. Der alte, zweigeschossige Wintergarten hatte seine Funktion erfüllt, fühlte sich aber nie wie ein echter Teil des Hauses an. Uns war klar: Er muss weichen. Martin A. Müller: Bei Häusern mit Geschichte geht es nicht darum, etwas einfach anzusetzen. Uns interessierte die Frage: Wie kann ein neuer Raum entstehen, der den Bestand respektiert und gleichzeitig eine eigene Haltung zeigt? Die Rundung war dafür ein zentrales Element. Sie nimmt dem Baukörper die Strenge und öffnet ihn zum Garten. Meike Lingies: Am Anfang hatten wir ganz andere Bilder im Kopf – eher einen klaren Kubus. Als wir dann die ersten Skizzen gesehen haben, waren wir erst überrascht. Und dann hat es Klick gemacht. Heute können wir uns diesen Raum nicht mehr anders vorstellen. Der neue Anbau dient heute als Esszimmer und bildet den Mittelpunkt des Hauses. Durch die gebogene Glasfassade öffnet sich der Raum zum Garten, das auskragende Sichtbetondach schafft Schutz und eine klare Rahmung. Meike Lingies: Wenn wir morgens am Tisch sitzen und die Sonne langsam durch den Raum wandert, merkt man erst, wie sehr Architektur den Alltag beeinflusst. Man ist permanent mit dem Außenraum verbunden – das ist ein ganz besonderes Gefühl. Die Umsetzung der runden Glasfassade stellte hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Früh war klar, dass dafür ein erfahrener Partner notwendig ist. Martin A. Müller: Gerade bei einer solchen Geometrie geht es nicht nur um Gestaltung, sondern um Präzision, Machbarkeit und Kostensicherheit. Bei Umbauten ist das besonders wichtig. Deshalb haben wir früh Metallbau Burckhardt eingebunden. Rund gedacht Neuer Mittelpunkt für 1930er-Jahre-Haus 16 Wohnen

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