BWI Ausgabe 01/2026

J ens J. Wischmann ist Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V. (VDS) und damit ein ausgewiesener Fachmann rund ums Badezimmer. BWI sprach mit ihm über Funktionalität, Nachhaltigkeit und Trends für das aktuelle Jahr. Welche Entwicklungen sehen Sie für Badezimmer in Deutschland im Jahr 2026? Wer heute ein 15 bis 20 Jahre altes Badezimmer saniert, profitiert von zahlreichen Entwicklungen: Das Badezimmer wird schöner, smarter und nachhaltiger. Eine eigene, naturverbundene Wellness-Oase, ein repräsentatives Private Spa oder einfach ein Rückzugsort mit Wasseranschluss. Bäder werden heute wie ein Maßanzug für den Menschen angefertigt. Eine gute Badplanung fängt daher immer beim individuellen Bedarf an. Mittelfristig dürfte der Fokus bei der Badgestaltung vom „Designerbad“ wieder mehr zu funktionalen Eigenschaften gehen. Im Vordergrund steht das ressourcensparende, energetische Gesamtkonzept des Hauses. Welche Wünsche und Anforderungen haben private Haushalte heute an ein modernes Bad – und wie unterscheiden sie sich von früher? Wir haben zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Forsa genau diese Frage über 3.000 Badbesitzenden gestellt. Das Wunschbad der Deutschen ist vor allem eins: komfortabel. Was die häufigsten Wünsche der Befragten für ihr Traumbad eint, ist Komfort in Form von Wärme (Fußbodenheizung: 47 %), komfortabler Dusche (Walk-In-Dusche: 45 %) und einer neuen, modernen Sanitärausstattung (43 %). Mit etwas Abstand folgen eine schöne Gestaltung der Fußböden und Wände (33 %) sowie ein ausreichendes Angebot an Raum (28 %) und Stauraum (24 %). Im Vergleich zu älteren Umfragen kann man die Entwicklung des Badezimmers vom rein technischen Funktionsraum hin zum Lifestyle-orientierten Badezimmer ablesen. Ein modernisiertes Badezimmer soll eine bessere Aufenthaltsqualität besitzen – eben weil es nicht mehr nur der Hygiene und dem körperlichen Wohlbefinden dient, sondern in einem ganzheitlichen Sinne genutzt wird: als Rückzugsort. Was wünschen sich die Menschen in Bezug auf die Funktionalität? Dass ihnen der Komfort auch im Alter oder bei gesundheitlicher Einschränkung sicher ist. Immer mehr Menschen berücksichtigen bei der Badgestaltung den Faktor Selbstständigkeit im Alter. Welche Farb- und Materialtrends dominieren 2026 aus Sicht Ihres Verbands? Gestalterisch gibt es auch im Badezimmer so gut wie keine Einschränkungen mehr. Das gilt für Design, Material und Farbe genauso wie für das Raumkonzept oder den Einsatz von Licht. Eine Besonderheit allerdings bleibt: Im Interior Design fängt alles mit dem Waschtisch an. In einem modernen Bad stellt er den Ausgangspunkt für Ausstattung und Möblierung dar. Was hat die Badgestaltung mit dem Rest des Wohnraums zu tun? Eine neuere Entwicklung ist die Einbeziehung des Badezimmers in das ganzheitliche Interior Design der Wohnung. Wer bei der Einrichtung gerne mit der Zeit geht, kann dem Baddesign mit der Wandgestaltung am leichtesten einen neuen „Anstrich“ geben, wenn man statt vollflächig gefliester Wände zumindest partiell mit Farbe oder TapeWas kommt, was … Badezimmertrends 2026 bleibt? Foto: Privat Foto: Villoroy & Boch 18 Wohnen

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