BWI Ausgabe 01/2026

Wenn Förderung ins Leere läuft Ungeahnte Schwierigkeiten auf dem Weg zur Wärmepumpe Der politische Anspruch ist klar: Der Umstieg auf klimafreundliche Heiztechnik soll erleichtert werden, Förderprogramme und zinsgünstige Kredite sollen Bürgerinnen und Bürger beim Wechsel unterstützen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Weg zur neuen Heizung manchmal komplizierter ist als gedacht. Ein Hauseigentümer aus der Nähe von Wolfsburg berichtete BWI von seinen Schwierigkeiten auf dem Weg zur Wärmepumpe: Der Eigentümer wollte 2024 seine rund 35 Jahre alte Gaszentralheizung durch eine moderne Luft-Wärmepumpe ersetzen, eine Investition von rund 32.000 Euro. Die „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) versprach dabei finanzielle Entlastung. Und tatsächlich: Der Zuschuss von 70 Prozent, in seinem Fall rund 21.000 Euro, wurde nach der Registrierung schnell bewilligt. Da konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Hausbank verweigert Auszahlung des KfW-Zusatzkredits Doch bei der Finanzierung des Restbetrags begann dann der Aufwand. Denn auch für den Restbetrag bietet die KfW einen Zuschuss, den zinsgünstigen „Kredit 358“. Diesen müssen die Eigentümer:innen nach Bewilligung des Zuschusses für die Wärmepumpe über die Hausbank oder aber andere Banken vor Ort beantragen. Genau das erwies sich als Hindernis: Als sich der Eigentümer an seine Hausbank wandte, lehnte diese den benötigten Kredit über 11.000 Euro ab. Der Grund: Dieser Betrag sei zu gering und die Bearbeitung inklusive Antragsstellung bei der KfW zu unwirtschaftlich, hieß es. Der sanierungswillige Eigentümer wandte sich an andere Kreditinstitute, zunächst an die lokale Sparkasse, dann an vier weitere Banken, zwei Bausparkassen und einen Finanzdienstleister – ohne Erfolg. Die Rückmeldungen waren identisch: Für kleine Beträge sei die Abwicklung eines KfW-Darlehenss zu aufwändig. Stattdessen bekam er Angebote für „normale“ Kredite, deren Zinsen jedoch deutlich höher lagen, was die Finanzierung der Wärmepumpe erheblich verteuert hätte. Auch eine vorhandene Eigentümergrundschuld über 30.000 Euro, die als Sicherheit hätte dienen können, änderte nichts am Ergebnis. Der Betroffene zeigt sich enttäuscht. Während öffentlich für niedrig verzinste Förderkredite geworben wird, fehlt es in der Praxis offenbar an einer verlässlichen Umsetzung. Wenn Banken kleine Beträge grundsätzlich ablehnen, wird der Zweck des Programms verfehlt. Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer stellt sich angesichts dieser Hürden die Frage, ob sich der Umstieg auf klimafreundliche Heiztechnik überhaupt rechnet. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein strukturelles Problem: Damit Förderprogramme Wirkung entfalten können, müssen sie nicht nur bewilligt, sondern auch praktikabel abrufbar sein. Wenn günstige Kredite in der Praxis nicht zugänglich sind, könnte dies die Akzeptanz der Energiewende im Gebäudebereich schwächen. Viele Bürgerinnen und Bürger dürften vor ähnlichen Schwierigkeiten stehen – und geplante Modernisierungen möglicherweise aufgeben. rk Förderung 50 m Freie Zufahrt Kredit 3967 km Schwer erreichbar Foto: AdobeStock/Wolfilser frühjahr 2026 33

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQwNjM=