BWI Ausgabe 01/2026

I n einem typischen Mehrfamilienhaus existieren fast immer genauso viele Gasetagenheizungen wie Wohnungen. Doch wie lässt es sich hier, im sogenannten Geschosswohnungs‑ bau, in Zukunft klimafreundlich ohne Erdgas heizen? „Für Wohnungen gibt es vor allem zwei fossilfreie Alternativen“, sagt Christian Hagen, Geschäftsführer von Hagen Energie‑ systeme und Gebäudetechnik in Peine: „entweder die neuen Etagenwärmepumpen oder – vielfach günstiger – die be‑ währten Klimasplitgeräte.“ Technisch gelten sind diese als Luft‑Luft‑Wärmepumpen. Klimasplitgeräte bestehen aus einem Außengerät an der Fassade und bis zu vier angeschlossenen Innengeräten, die die klassischen Heizkörper ersetzen. Sie sorgen für gemüt‑ liche Wärme auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen bis -25 °C. Moderne Modelle lassen sich zudem mit einem Brauch‑ wassergerät kombinieren, das den Durchlauferhitzer ersetzt und Warmwasser erzeugt. An ein Multi+Außengerät von Her‑ steller Daikin lassen sich beispielsweise ein 90- oder 120-Li‑ ter-Warmwasserspeicher sowie maximal vier Klimageräte an‑ schließen. Das gesamte System arbeitet vollelektrisch, womit eine Gastherme überflüssig wird. „Klimaanlagen galten lange als zugig und unangenehm. Moderne Splitgeräte verfügen jedoch über eine Sensorik, die erkennt, wenn sich Personen in der Nähe befinden“, sagt Christian Hagen. „Sie lenken den Luftstrom dann automatisch um die Menschen herum. Das erhöht den Komfort und macht den Betrieb alltagstauglich.“ Nachfrage nach Klimasplit steigt Obwohl Splitgeräte technisch ausgereift sind, wurden sie im Wohnungsbestand bislang nur selten eingesetzt. Gründe dafür sind fehlende Bekanntheit sowie eine gewisse Zurück‑ haltung gegenüber neuen Konzepten. Die jüngste Kombi‑ nation aus effizienter Heizfunktion, Warmwasserbereitung und intelligenter Verbrauchssteuerung ist jedoch neu und hat das Hagen-Team sowie viele Kunden bereits überzeugt: Der Betrieb verbucht für sich eine steigende Nachfrage und arbeitet derzeit an drei Mehrfamilienhäusern mit KlimasplitHeizungen, die kurz vor der Fertigstellung stehen. Klimasplitgeräte sind in der Anschaffung meist günstiger als Etagenwärmepumpen und bieten eine zusätzliche Kühl‑ funktion für den Sommer. In Kombination mit einem Balkon‑ kraftwerk und einem Stromspeicher lassen sich die Geräte auch mit eigenem Solarstrom betreiben. Dadurch können Nutzer:innen einen erheblichen Anteil ihres Stromverbrauchs selbst decken und ihre Energiekosten senken. Klimasplitgeräte sind besonders dann wirtschaftlich, wenn sie mit maximal zwei Außengeräten betrieben werden. „Bei sehr großen Wohneinheiten ab sechs Innengeräten ist eine Etagenwärmepumpe langfristig wirtschaftlicher“, sagt Ener‑ gieexperte Christian Hagen. Kostenrahmen für Etagenwohnungen Die Ausstattung einer Drei‑Zimmer‑Wohnung mit Klimasplit‑ geräten liegt je nach Leitungsführung, Leistungsbedarf und baulichen Gegebenheiten zwischen 15.000 und 23.000 Euro. Für den Umstieg von fossilen Heizsystemen auf elektrische Klimasplitgeräte bekommen Eigentümer:innen staatliche För‑ derungen ähnlich wie für klassische Wärmepumpen. Beim Austausch einer Gasetagenheizung gegen ein erneuerbares Heizsystem sind derzeit 30 Prozent Förderung vorgesehen; je nach Einkommen gibt es weitere 20 bis 40 Prozent. Ver‑ mieter:innen können die Systeme so konfigurieren, dass der Stromverbrauch der Wärmepumpe direkt über die jeweiligen Wohnungszähler läuft – ohne Eingriffe in die Hauptverteilung oder zusätzliche Unterzähler. INFORMATION Hagen Energiesysteme und Gebäudetechnik www.hagen-energiesysteme.de Standort Peine Woltorfer Straße 77 | 31224 Peine Standort Nienburg Verdener Landstraße 91 | 31582 Nienburg/Weser frühjahr 2026 41

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