Birdie | Ausgabe 8 Oktober 2025

gewinnen und habe bei dem diesjährigen Nations Cup den Sieg bei der IAM (Internationale Amateur Meisterschaft) erreicht. Parallel spiele ich zweite Bundesliga in Dresden. Das sind Erfahrungen, die mich enorm weitergebracht haben. Birdie: Schule, Training, Turniere – das klingt nach vollem Kalender. Wie organisierst du dich? Niklas: Es ist schon eine Herausforderung, alles unter einen Hut zu bekommen. Schule hat bei meinen Eltern Priorität. Denn ich mache in diesem Schuljahr mein Abitur. Aber Golf ist natürlich genauso wichtig, weil es inzwischen ein großer Teil meines Lebens ist. Ich trainiere fast jeden Tag, meist sechs Einheiten pro Woche. Neben Technik und Spiel gehören auch Athletik und Koordination dazu. Und wenn es passt, bin ich am Stützpunkt in Hannover, wo ich viel mit Andreas Probst arbeite. Er begleitet mich schon seit meinen Anfängen und ist ein wichtiger Teil meiner Entwicklung. Birdie: Dein nächstes großes Ziel heißt Amerika. Was genau ist geplant? Niklas: Nach dem Abi ziehe ich in die USA, nach San Francisco. Ich habe mich für ein College entschieden, das Studium und College-Golf verbindet. Das ist für viele Spieler der Weg, um sich weiterzuentwickeln. Dort habe ich die Chance, regelmäßig auf hohem Niveau zu spielen, Erfahrungen zu sammeln und mein Spiel auf die nächste Stufe zu bringen. Bis zum Sommer 2026 stehen hier in Deutschland noch Abiturprüfungen an, danach will ich so schnell wie möglich in den USA starten. Birdie: Golf hat auch viel mit Auftreten und Stil zu tun. Wie wichtig ist dir das Thema Mode auf dem Platz? Niklas: Ich bin da eher unkompliziert. Mir gefallen klare Farben, meistens Blau oder Schwarz. Jogginghosen auf dem Platz sind nicht meins, klassische Golfhosen dagegen schon. Früher gab es strenge Regeln und alles war sehr traditionell. Heute ist es lockerer geworden, was ich grundsätzlich gut finde. Aber ein gewisser Standard gehört für mich einfach dazu – sportlich ja, aber gepflegt. Birdie: Du hast schon viel erreicht, und gleichzeitig steht dein Weg erst am Anfang. Aber deine Familie ist auch beruflich eng mit Medien verbunden, richtig? Niklas: Ja, genau. Mein Vater Lars Rehmann ist seit kurzem Verlagsleiter bei der MADSACK in Hannover. Das ist das Medienhaus hinter der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und der Neuen Presse. Für mich ist es spannend zu sehen, wie er Verantwortung trägt und welche Strukturen dort im Hintergrund wirken. Disziplin und Organisation gehören eben nicht nur zum Sport, sondern auch ins Berufsleben. Birdie: Wenn du in die Zukunft blickst, wohin soll dich dein Weg führen? Niklas: Mein Ziel ist es, in Amerika bestmöglich zu spielen, viel Erfahrung zu sammeln und mein Spiel weiterzuentwickeln. Wenn es so läuft, wie ich es mir vorstelle, möchte ich Schritt für Schritt Richtung Profisport gehen. Das ist ein Traum, aber ich sehe es realistisch. Man braucht Geduld, Durchhaltevermögen und auch die richtige Umgebung. Für mich ist wichtig: Ich liebe diesen Sport und bin gespannt, wo mich mein Weg im Golf noch hinführt. Bild: Niklas Rehmann „Eigentlich sollte meine Schwester mit Golf anfangen – am Ende hat es aber mich gepackt.“ INTERVIEW | NIKLAS REHMANN 42 www.birdie-magazin.de Birdie 02|2025

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