kommen hinzu. Das ist deutlich mehr, als vorgeschrieben ist. Ergebnis: Im Süntel-Deistertal sieht man gut, wie Natur und Mensch zusammenarbeiten. Golf Park Steinhuder Meer: Hier leben und wachsen deutlich mehr Arten als auf einer Acker-Monokultur. Wir haben über 6.000 Bäume gesetzt, davon 900 Obstbäume, dazu die doppelte Menge Heckenpflanzen. Mehrere Flächen sind als Wildblumenwiesen angelegt. Von 100 Hektar Gesamtfläche nutzen wir rund 30 Prozent fürs Spiel und 10 Prozent für Infrastruktur. Ganze 60 Prozent werden nur ein- bis zweimal pro Jahr gepflegt. Etwa zehn Teiche schaffen Lebensraum, Tränken und helfen in Hitzeperioden beim Mikroklima. Bekannt sind unsere Sandeidechsen und Schwalben, regelmäßig sieht man Milane und Turmfalken. Dazu kommen Projekte wie Echsenhügel, Heideflächen, Aufforstungen und Fledermausquartiere. Thomas Rätzke: Wie viel Chemie benötigt Ihr noch? Stuart Orme: Unsere Greenkeeper arbeiten die Anlage nahezu vollständig ohne Chemie. Unabhängig von Vorgaben ist uns wichtig, die Natur zu schützen, in der wir spielen. Thomas Rätzke: Was bedeutet Nachhaltigkeit bei Ausstattung und Detailfragen? Stuart Orme: Langlebige Lösungen: Fahnenmasten mit Holzgriff statt Glasfaser, damit nichts ausfranst. Genähte Fahnentücher statt bedruckter Stoffe. Ballfänger im Loch, damit weniger an der Kante gerissen wird und wir seltener setzen müssen. Abschlagtafeln aus Sandstein und Platten aus Reisschalenverbund. Das sieht gut aus, hält lange und spart auf Dauer Ressourcen. Thomas Rätzke: Was bleibt als Fazit? Stuart Orme: Zwei Plätze, zwei Böden, ein Ansatz: präzise Pflege, kluge Bewässerung, robuste Rasennarben und echte Aufwertung der Landschaft. Wer es sehen will, fährt hin. Die Natur dankt es und die Spielqualität auch. „Braune Fairways im Sommer sind normal und ökologisch sinnvoll.“ Bild: Stuart Orme STUART ORME | GOLF & NATUR 74 www.birdie-magazin.de Birdie 02|2025
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