6 RECKEN-BOTE | BERGISCHER HC | SAISON 2025/2026 ZWISCHEN HÖHENFLUG UND RÜCKSCHLÄGEN Wenn der Bergische HC aufläuft, ist stets ein Stück Handballgeschichte aus dem Bergischen Land mit auf der Platte. Der Verein, der heute fest im deutschen Profihandball verankert ist, entstand 2006 aus einer besonderen Konstellation zweier traditionsreicher Clubs: der SG Solingen und dem LTV Wuppertal. Beide galten lange als sportliche Aushängeschilder der Region, ehe sportliche und wirtschaftliche Rückschläge Anfang der 2000er Jahre die Idee einer gemeinsamen Zukunft reifen ließen. Was mit Fusionsgesprächen begann, führte schließlich zur Gründung eines neuen Vereins, der das gesamte Städtedreieck Wuppertal, Solingen und Remscheid repräsentieren sollte. Der Bergische HC war geboren. Von Beginn an waren die Ambitionen klar formuliert. Der Weg sollte nach oben führen. Doch wie so oft im Leistungssport verlief auch dieser Weg nicht geradlinig. In den ersten Jahren nach der Gründung kämpften die Löwen, wie sich die Mannschaft bald nannte, um den Aufstieg ins Handball-Oberhaus. 2011 war es dann soweit: Mit einem nervenstarken Saisonfinale beim EHV Aue gelang der Sprung in die Bundesliga und damit die Rückkehr des bergischen Handballs auf die große Bühne. Die Premierensaison im deutschen Oberhaus war geprägt von Euphorie, Kampfgeist und Lehrgeld. Zwar gelang ein beachtlicher Heimsieg gegen den SC Magdeburg, doch am Ende reichte es nicht zum Klassenerhalt. Der Abstieg war jedoch kein Rück- schritt, sondern eher ein Neubeginn. Unter der Leitung von Manager Stefan Adam und später Jörg Föste sowie Trainer Sebastian Hinze formte sich eine Mannschaft mit klarer Identität: leidenschaftlich, körperlich robust und immer getragen vom Selbstverständnis, ein Arbeiterteam zu sein. Es folgten Jahre, in denen der BHC zwischen erster und zweiter Liga pendelte. Aufstiege 2013 und 2018 wurden von erneuten Abstiegen unterbrochen, doch der Verein blieb seiner Linie treu. Besonders in der Zweitligasaison 2017/18 setzte das Team ein Ausrufezeichen. Mit 70 : 6 Punkten dominierte man die Liga, stellte einen bis heute gültigen Rekord auf und kehrte eindrucksvoll in die Bundesliga zurück. Die Spielzeiten danach zeigten, dass der Verein gereift war. Unter Sebastian Hinze entwickelte sich der BHC zu einem stabilen Erstligisten, der mit disziplinierter Abwehrarbeit und variablem Tempospiel so manchen Favoriten ins Wanken brachte. Höhepunkt war die Saison 2018/19, in der die Bergischen mit 38 : 30 Punkten sensationell Rang sieben erreichten, die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. In den folgenden Jahren etablierte sich der BHC im Mittelfeld der Bundesliga. Siege gegen namhafte Gegner wie die Füchse Berlin oder Flensburg-Handewitt unterstrichen das gewachsene Selbstverständnis. Dennoch blieb die sportliche Realität im deutschen Oberhaus hart. Der Konkurrenzdruck stieg, die Verletzungs- probleme häuften sich und nach dem Abschied von Langzeittrainer Hinze 2022 folgte ein schwieriger Übergang. Unter Nachfolger Jamal Naji blieb die Konstanz aus, und eine Negativserie in der Saison 2023/24 führte schließlich zum dritten Abstieg in die 2. Bundesliga. Typisch für den BHC war jedoch auch diesmal die Reaktion: Anstatt zu resignieren, richtete sich der Blick entschlossen nach vorn. Mit neuem Elan und unter der gemeinsamen Leitung des Trainerduos Arnór Þór Gunnarsson und Markus Pütz gelang in der vergangenen Saison der eindrucksvolle Wiederaufstieg. Als souveräner Zweitligameister schloss das Team mit herausragenden 58 : 10 Punkten ab, deutlich vor dem Mitaufsteiger GWD Minden, der 47 : 21 Zähler verbuchte. Handballgeschichte Ein Verein mit bergischer
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