6 RECKEN-BOTE | HSV HAMBURG | SAISON 2025/2026 WIRTSCHAFTLICHE TURBULENZEN UND DER WEG ZURÜCK Der Verein wurde 1999 als Handball Sport Verein Lübeck gegründet und übernahm die Bundesligalizenz des VfL Bad Schwartau. Gemeinsam mit diesem bildete er bis zum Jahr 2002 die Spielgemeinschaft SG VfL Bad Schwartau Lübeck. Nach der Auflösung der Spielgemeinschaft im Jahr 2002 verlegte der Verein seinen Standort nach Hamburg. In den ersten Jahren pendelte das Team sportlich im Mittelfeld der Liga und erreichte unter anderem einen Platz im oberen Tabellenbereich sowie ein Finale im nationalen Pokalwettbewerb. Mitte der 2000er-Jahre geriet der Verein jedoch in eine schwierige wirtschaftliche Situation, nachdem ein zentraler Investor wegen wirtschaftskrimineller Delikte verurteilt wurde und die damalige Betreibergesellschaft Insolvenz anmelden musste. In der Folge wurde die organisatorische Struktur des Profiteams neu aufgebaut. Mit der Verpflichtung eines neuen Trainers begann zugleich eine sportlich erfolgreichere Phase. Unterstützt durch einen weiteren bedeutenden Geldgeber stabilisierte sich der Verein finanziell und entwickelte sich sportlich zu einem der führenden Teams im deutschen Handball. Ab der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre erreichte die Mannschaft regelmäßig Spitzen- plätze in der Bundesliga und machte auch international auf sich aufmerksam. Neben mehreren Final- und Halbfinalteilnahmen in nationalen Wettbewerben konnte der Verein wichtige Titel gewinnen. Dazu gehörten unter anderem der nationale Pokal sowie ein europäischer Pokalwettbewerb. 2011 gelang schließlich der größte nationale Erfolg, als die Mannschaft erstmals die deutsche Meisterschaft gewann. Zwei Jahre später folgte mit dem Gewinn der EHF Champions League ein weiterer historischer Meilenstein: In einem dramatischen Finale setzte sich das Team nach Verlängerung gegen einen europäischen Spitzenklub durch. Trotz dieser sportlichen Höhepunkte blieb die wirtschaftliche Situation langfristig angespannt. Wiederkehrende finanzielle Probleme führten zu mehreren strukturellen Veränderungen innerhalb der Vereinsführung und der Betreibergesellschaft. Auch sportlich gab es häufiger Wechsel auf der Trainerposition. Mitte der 2010er-Jahre spitzte sich die Lage erneut zu: Nach einem Insolvenzantrag wurde dem Verein schließlich die Lizenz für die laufende Bundesligasaison entzogen. Kurz darauf zog der Insolvenzverwalter die Mannschaft vollständig aus dem Spielbetrieb zurück. Der Verein begann anschließend einen Neuaufbau. Die bisherige zweite Mannschaft rückte in den Mittelpunkt und trat fortan als erste Mannschaft an. In den folgenden Jahren spielte das Team zunächst in der 3. Liga, konnte sich dort jedoch sportlich stabilisieren und Schritt für Schritt nach oben arbeiten. Seit dem 29. März 2017, somit zu Drittligazeiten, steht Torsten Jansen an der Seitenlinie der Hamburger. Bereits nach kurzer Zeit gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Parallel dazu wuchs auch das Zuschauerinteresse wieder deutlich, was sich unter anderem in mehreren Besucherrekorden in der dritten Liga zeigte. In organisatorischer Hinsicht wurden weitere Veränderungen vorgenommen, etwa die Ausgliederung des Spielbetriebs in eine eigenständige Managementgesellschaft. Der langfristige sportliche Wiederaufbau zahlte sich schließlich aus: 2021 gelang dem Verein die Rückkehr in die Handball-Bundesliga. Seitdem versucht der Club, sich dauerhaft wieder im Oberhaus zu etablieren, wobei wirtschaftliche Stabilität weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Auch in jüngerer Zeit standen Lizenzierungsver- fahren und finanzielle Auflagen im Mittelpunkt, die jedoch letztlich erfüllt werden konnten, sodass der Verein weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen darf. Die Bilanz der bisherigen Aufeinandertreffen spricht deutlich für den heutigen Gast. In insgesamt 21 Begegnungen in der stärksten Liga der Welt konnten die Gäste aus der Hansestadt zwölf Siege verbuchen. Vier Partien endeten unentschieden, während die Niedersachsen fünf Spiele für sich entscheiden konnten. Die beiden jüngsten Duelle gewann jedoch die TSV Hannover-Burgdorf. Auch in der davorliegenden Begegnung trennten sich beide Mannschaften mit einem Unentschieden. des Vereins Der Neustart
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