6 RECKEN-BOTE | MT MELSUNGEN | SAISON 2024/2025 TIMO KASTENING KEHRT AN ALTE WIRKUNGSSTÄTTE ZURÜCK Die Melsunger Turngemeinde, kurz MT, wurde bereits im Jahr 1861 von 38 engagierten Bürgern der Stadt Melsungen gegründet. Die Handballabteilung entstand im Jahr 1921 und entwickelte sich seither kontinuierlich weiter. Ein bedeutender Meilenstein war im Jahr 1992 der Aufstieg in die 2. Bundesliga, welcher im Jahr 2005 mit dem Sprung in die 1. Handball-Bundesliga, der stärksten Liga der Welt, gekrönt wurde. Bereits Ende der 1990er Jahre wurde der Handball- bereich in eine eigenständige Spielbetriebs-GmbH ausgegliedert, um den gestiegenen professionellen Anforderungen gerecht zu werden. Unter der Leitung von Axel Geerken, ehemaliger Spitzentorwart und Geschäftsführer der MT von 2012 bis 2023, erfolgte die Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft: die MT Spielbetriebs- und Marketing AG. Diese ist in ihrer Struktur klassisch aufgebaut und gliedert sich in Vorstand, Aufsichtsrat sowie die Hauptversammlung. Der Vorstand für Bundesliga und Spielbetrieb wird von dem früheren MT-Spieler Michael Allendorf geführt. Für Strategie, Nachwuchsförderung und regionale Kooperationen ist Axel Renner, zuvor Jugendkoordinator, verantwortlich. Sprecher des Vorstands ist Andreas Mohr. Dem Aufsichtsrat gehören derzeit neun Mitglieder an, von denen ein Großteil bei B. Braun, einem international führenden Unternehmen der Pharma- und Medizintechnik mit Sitz in Melsungen, tätig ist. Die Hauptversammlung ist die wesentliche Versammlung der Aktionäre, in deren Rahmen unter anderem die Wahl des Aufsichtsrats, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Entscheidungen über die Gewinnverwendung getroffen werden. Für die nordhessische Handballmannschaft hat es bislang noch nicht für den ganz großen Titel gereicht. Ihre bislang beste Platzierung erzielten sie in der Saison 2015/16 mit einem vierten Tabellenplatz. In der vergangenen Spielzeit erreichte man den fünften Rang, was zur Teilnahme an der European League berechtigte. In diesem Wettbewerb haben die Melsunger nun das Final Four Turnier erreicht, das in der kommenden Woche in Hamburg stattfindet. Im Halbfinale treffen sie auf den amtierenden European League-Sieger, die SG Flensburg-Handewitt. Ein mögliches Finale würde den Gewinner des zweiten Halbfinals zwischen dem THW Kiel und Montpellier Handball als Gegner bringen. Für letzteres Team spielt auch der kürzlich vorgestellte Neuzugang der RECKEN, Sindre Aho, der bereits in der Vergangenheit für die MT Melsungen auf dem Spielfeld stand. Die Teilnahme am Final Four stellt bereits jetzt das beste internationale Ergebnis der Vereinsgeschichte dar. Im DHBPokal konnte ebenfalls bislang noch kein Titelgewinn verzeichnet werden. In den Jahren 1996, 2013, 2014 und in diesem Jahr erreichte die Mannschaft jeweils das Final Four, scheiterte dort jedoch im Halbfinale. Der bislang größte Erfolg im DHBPokal gelang der MT Melsungen in der Saison 2019/20, als man erstmals ins Finale einzog, dort jedoch dem TBV Lemgo unterlag. Das heutige Spiel hat für Timo Kastening, den Kapitän der Gäste, eine ganz besondere Bedeutung. Der gebürtige Stadthäger spielte seit der C-Jugend in der RECKENSchmiede und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften, bevor er in der Saison 2013/14 unter dem damaligen Trainer Christopher Nordmeyer sein Debüt in der Profimannschaft gab. In der Spielzeit 2018/19 gelang es ihm, beeindruckende 190 Tore für die Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt zu erzielen, wodurch er sich den vierten Platz unter den besten Torschützen der stärksten Liga der Welt sicherte. In derselben Saison berief ihn der damalige Bundestrainer Christian Prokop erstmals in die deutsche Nationalmannschaft. 2019 wurde Kastening im Trikot der RECKEN zudem als Handballer des Jahres in Deutschland ausgezeichnet – eine Ehre, die kürzlich auch Renars Uscins für das vergangene Jahr erhielt. Zur Saison 2020/21 wechselte er schließlich zur MT Melsungen nach Hessen. Die bisherige Bilanz in Pflichtspielen fällt zugunsten der MT Melsungen aus. Im DHBPokal konnten sich die Nordhessen in beiden bisherigen Begegnungen durchsetzen. Auch in der Handball-Bundesliga haben die Gäste in 30 Aufeinandertreffen 19 Mal das bessere Ende für sich verbuchen können. Drei Partien endeten mit einer Punkte- teilung, während die TSV Hannover-Burgdorf acht Duelle für sich entscheiden konnte. auf lange Tradition zurück Melsunger Turngemeinde blickt
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