DIE LEIDENSCHAFT ZUR GESCHWINDIGKEIT Eissegeln – Faszination auf der Eisfläche TEXT: EMKE HILLRICHS man schon mal zwischen 8.000 und 10.000 Euro rechnen. Selbst für einen gebrauchten, regattatauglichen Eissegler muss man noch 2.500 bis 4.000 Euro bezahl. Der Eissegler sollte warm angezogen sein. Man fährt mit sogenannten Thermo- oder Skianzügen und Schuhen mit Spikes zum Anschieben. Ein Sturzhelm ist Pflich, denn ohne Helm zu fahren, ist lebensgefährlich und führt beim Wettfahrtsegeln zum Ausschluss. Am meisten werden moderne leichte Helme wie bei Skispringern aus Karbon verwendet. Ein leichter Helm ist wichtig, da der Fahrtwind einen unglaublichen Druck auf den Kopf ausübt. Ebenso für eine klare Sicht ist eine gute Skibrille von Nöten. Wenn dann alles beisammen ist, der zugefrorene See eine dicke Eisdecke hat, und genügend Wind vorhanden ist, kann es losgehen und der Eissegler kann starten. Nach kurzem und kräftigem Anlauf nimmt der Eissegler Fahrt auf und der Pilot springt in den Schlitten. Das weiße Segel fängt die Kraft des Windes ein und beschleunigt den Schlitten auf den drei Kufen immer und immer schneller. Man scheint fast schwerelos über das Eis zu fliegen. Adrenalin schießt durch den Körper und lässt den beißenden Frost vergessen. Nur noch schemenhaft werden die Konturen des Ufers und der Konkurrenten wahrgenommen. So in etwa beschreiben und fühlen viele Eissegler ihre Faszination an diesem Sport. In der „Flotte Mitte“, dem regionalen Verband der Eissegler, gibt es bis zu 100 Aktive, die auch an den Regatten teilnehmen. Sie alle sind begeistert und warten sehnsüchtig auf das Jahresende, wenn in der beginnenden Winterzeit das Steinhuder Meer zufriert und sie ihrem eisigen und rasanten Eissport ausüben können. Wenn es kein Eis in Nord- oder Gesamtdeutschland gibt, dann werden die Sachen gepackt und man fährt dorthin, wo besegelbares Eis ist: z.B. in Schweden,, Polen, Finnland, Estland, Tschechien oder Österreich. Hier trifft sich dann die große „Eisfamilie“ und erlebt dann eine tolle Zeit mit vielen Segelstunden. Wie wir immer sagen: See you on the ice. 35
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