SAILAWAY | Ausgabe 1 - 2024

Rückblick Fischerweg 57 31515 Wunstorf/Steinhude Tel.: 00 49 (0) 50 33 / 54 89 www.boppunddietrich.de Mail: info@boppunddietrich.de Bootswerft Bopp & Dietrich zuge dürfen auch weisse Beinkleider getragen werden. Die Mitglieder tragen eine Mütze von blauem od. weißen Tuch mit ovalem Schild, welches einen unklaren Anker mit gekreuzten Flaggen und den Buchstaben H.Y.C. darstellt“. Noch 1919, nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, waren die Segler vom Flottengedanken durchdrungen: In seiner Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum bezeichnete es der zweite am Steinhuder Meer gegründete Segelclub, der Steinhuder „Fürstlich-Schaumburg Lippische Seglerverein“ (FSV), als eine Aufgabe des Segelsports, „die Erinnerungen an unsere stolze unbesiegbare Flotte wachzuhalten und der Jugend die Liebe und die Lust am blauen Wasser und den Kampf mit Wind und Wellen lebendig zu erhalten, damit dereinst wieder die alte deutsche Flagge schwarz-weiß-rot wie ehemals auf allen Meeren stolz im Winde weht“. Auch der FSV, anfänglich „Steinhuder Seglerverein“ genannt, bestand aus Angehörigen des Besitz- und Bildungsbürgertums. Hier fanden sich wohlhabende Steinhuder — der Leinenfabrikant W. Seegers oder der Kaufmann Franz Bredthauer — mit dem Bückeburger Fabrikanten und Stadtrat Hillmann, dem Architekten Karl Siebrecht aus Hannover und Steinhuder Schiffern zusammen, die sich parallel zur HYC-Mitgliedschaft der fürstlichen Matrosen dem Steinhuder Segelverein anschlossen. Aber schon im Herbst 1909 traten sie wieder aus — in den gutbürgerlichen, von Architekten und Fabrikanten dominierten Kreisen fühlten sie sich offenbar nicht wohl. Bekanntestes Mitglied war sicherlich der hannoversche Keksfabrikant Hermann Bahlsen, der auch einen Wanderpreis für Regattasieger stiftete. Bahlsen war möglicherweise als Gast seines Architekten Karl Siebrecht zum Steinhuder-Meer-Liebhaber geworden; Siebrechts Wochenendhaus — neben dem Strandhotel gelegen — diente den Seglern als erstes, noch bescheidenes Heim. Zunächst war die Geselligkeit im Verein in Steinhuder Gaststätten, vor allem im Strandhotel gepflegt worden. Nach den Frühjahrs- und Herbstregatten fanden gemeinsame Essen statt, die immer recht feuchtfröhlich und anregend verliefen, und die Regatten wurden hierbei nochmals, nun aber „richtig“ gesegelt. Im Jahre 1911 wurde die „Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer“ gegündet, nachdem der HYC und der FSV bei einer Versammlung im Steinhuder Strandhotel eine Vergütungsformel beschlossen hatten, die auf der internationalen Messformel aufgebaut und an die Steinhuder- Meer-Verhältnisse angepasst war. Ein solches Rechenwerk war notwendig, um bei Regatten die sehr verschiedenen Boote gegeneinander starten lassen zu können. Der Vereinigung trat noch im gleichen Jahr auch der dritte Segelverein am Meer bei, der Steinhuder Yachtclub.  Segelregatta der Einheitszehner um 1930 57

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