SAILAWAY | Ausgabe 1 - 2024

Seemannsgarn SEEMANNSGARN Zweifelhafte Erlebnisberichte an der Grenze zwischen Wahrheit und Phantasie Viele haben schon davon gehört und haben auch geschmunzelt, denn es ist ja ein bekannter Begriff. Wir wollen euch in dieser Rubrik Begriffe und Aussagen in der Seemannssprache und Seemannssprüche humorvoll mitteilen und zur Kenntnis bringen. Bei Wikipedia lesen wir: Seemannsgarn ist in der deutschen Sprache eine hergeleitete Metapher für Erzählungen tatsächlicher oder vermeintlicher Erlebnisse in der Seefahrt. Die Bedeutung des „Seemannsgarn spinnen“ für zweifelhafte Geschichten oder Übertreibungen fand mit der Zeit Eingang in die Umgangssprache. Auf Segelschiffen nutzten die Seeleute aus altem Tauwerk gewonnenes „Schiermannsgarn“ zum Umwickeln von Leinen und Trossen (Smarten & Kleedern). „Schiermannsgarn drehen“ oder „Schiermannsgarn spinnen“ war eine untergeordnete, eintönige und bei Schönwetter erledigte Arbeit, während der man sich naturgemäß Erlebnisse, Gedanken und Geschichten erzählte bis hin zu Sagen, Schwänken und Döntjes. Mit dem Niedergang der Segelschifffahrt verlagerte sich die ursprüngliche Bedeutung des „Schiermannsgarn spinnen“ immer mehr von der Arbeit auf das Geschichten erzählen, bis schließlich „Seemannsgarn spinnen“ die alte Redewendung ersetzte. Ein paar lustige Seemannssprüche, die viele, viele Bücher füllen, wollen wir hier auch noch bringen und in jeder Ausgabe werden wir neben interessanten Informationen über das Thema Segeln über Segelsprache, Seemannsausdrücke und lustige Seemannssprüche berichten.  Hier ein paar Sprüche davon: „ Auf jedem Schiff was schwimmt und schwabbelt, gibt’s irgendein der dämlich sabbelt“ „ Als die Schiffe noch aus Holz waren, waren die Seeleute aus Eisen“ „ Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt“ „ Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben.“ „ Und ist der See zu Ende, fahren wir eine Wende.“ „ Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr.“ Links oben: Dies Karte aus dem Jahr 1606 zeigt den Rupes nigra, den Magnetberg, der auf den Glauben an einen solchen Berg in der Arktis begründet, der vor allem im 16. Jahrhundert von Forschern als vermeintliche Tatsache wissenschaftlich zu untermauern versucht wurde. Oben: Die Zeichnung von Pierre Denys aus dem Jahr 1801 stellt einen gigantischen Oktopus dar, der Berichten zufolge eine Gruppe von Seeleuten vor der Küste Angolas angegriffen haben soll. Links: Darstellung eines Kraken aus dem Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne. 8

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