multimediaPDF Staffelstab Dezember 2021

JAHRE NLV-StaffelStab Dezember 2021 · 24 rische Grundlage für die landesweite Ausübung der Leichtathletik. Mit der Bildung der Arbeitsgruppe gewann die Leichtathletik in Niedersachsen erheblich an Aufschwung. Infolgedessen wurde 1947 zum einen der Vorstand erweitert, zum anderen wurden erstmals NLVLandesmeisterschaften mit über 1.000 Teilnehmern veranstaltet. Im gleichen Jahr ergab eine erstmalige Vereinszählung, dass mit mehr als 1.324 Vereinen, die dem Ausschuss angehörten, die Arbeitsgruppe in der breiten Masse angenommen und vertreten war. In den 50er Jahren nahm die Leichtathletik in Niedersachsen internationales Format an. Mit verschiedensten Disziplin- und geschlechterspezifischen Länderkämpfen kamen nun vermehrt auch internationale Athleten nach Niedersachsen. Zum Beispiel der dritte Länderkampf in Niedersachsen (siehe nachfolgendes Bild), der im frisch gebauten Niedersachsenstadion in Hannover zwischen Deutschland und Frankreich in der Erwachsenenklasse ausgetragen wurde. Deutschland gewann den Vergleich deutlich mit 122:98 in Punkten. In den Folgejahren tat sich weiterhin einiges im “Arbeitsausschuss Leichtathletik”, wie etwa die Umbenennung des Ausschusses in „Sportbund Niedersachsen e.V. - Fachverband Leichtathletik“ am 05. Februar 1950. Wenige Zeit später entstand der heutige „Niedersächsische Leichtathletik-Verband e.V.“. Nach über 20 Jahren hervorragender Verbandsarbeit trat Walter Weiß als erster NLVPräsident in den 1970er Jahren ab. In den vergangenen 75 Jahren fanden in München 1972 auch OlymNLV feiert Jubiläum - 75 Jahre jung geblieben tt. Auch wenn sich über den Zeitraum von 75 Jahren einiges personell als auch strukturell geändert haben mag, bleibt der Kerngedanke des Verbandes gleich: „Den leichtathletischen Sportgedanken erhalten und fördern“. Denn wie unterschiedlich die Führungspersönlichkeiten der letzten 75 Jahre auf den ersten Blick auch sein können - ob Walter Weiß, Rita Girschikofsky, Joachim Almstedt oder Uwe Schünemann. Am Ende verbindet sie alle etwas ganz Entscheidendes. Die Leidenschaft und Aufopferungsbereitschaft mit Hingabe alles, sowohl organisatorischer als auch praktischer Natur, für die Leichtathletik zu geben. Dass der Verband mittlerweile schon auf 75 Jahre erfolgreiche Verbandsarbeit zurückblicken kann, ist keineswegs selbstverständlich. Doch der Wille und das Engagement, gepaart mit der Hoffnung, nach düsteren Kriegsjahren den so notwendigen Bewegungssport Leichtathletik großflächig wieder zu organisieren, führte am 26.10.1946 zu der Gründung des “Arbeitsausschusses Leichtathletik”. Unter der Führung von Walter Weiß und Heinrich Hünecke bildete diese Arbeitsgruppe die so wichtige sportorganisatopische Spiele in Deutschland statt, an der Akteure aus Niedersachsen sowohl sportlich als auch hinter den Kulissen beteiligt waren. Das Attentat während der Spiele mit elf Todesopfern brachte einen Schatten über das größte Sportereignis der Welt. Doch es schweißte die weltweite Sportfamilie noch weiter zusammen – vereint in Harmonie und Akzeptanz. Stets waren in München der Sport und der gegenseitige Respekt füreinander vorrangig, wie im Bild zu sehen, bei der herzlichen Verabschiedung zwischen dem Niedersachsen Horst Johr (re.) und dem Sprint-Trainer (li.) der US-Amerikanischen Olympioniken. Bleiben wir in den 1970er und 1980er Jahren, in denen sich zwei Persönlichkeiten aus Niedersachsen für immer in den Geschichtsbüchern der Leichtathletik durch ihren Olympiasieg verewigten. Das ist zum einen Walter Mahlendorf, Sprinter für Hannover 96, welcher 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom mit der 4x 100m Staffel in 39,5 sec einen neuen Weltrekord im Vorlauf aufstellte und mit der deutschen Sprintstaffel, als dritter Läufer, im Finale Olympiagold holte. Damit ging erstmalig Olympiagold nach Niedersachsen. Auch Hildegard Falck machte zwölf Jahre später das Unmögliche möglich und gewann bei den Olympischen Spielen in München 1972 Gold über 800m in 1:56,6 min. Ein Jahr zuvor lief sie bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart als erste Frau überhaupt die 800m in unter zwei Minuten. Sie durchbrach die magische Schallmauer von zwei Minuten mit dem Deutschen Meistertitel in 1:58,45min. Almstedt bekommt 1994 von Girschikofsky den Walter-Weiß Gedächtnispreis überreicht (Fotos: H. Johr) Quelle H. Johr Quelle H. Johr

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