Diese Struktur hilft, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Gedanken, sondern deren Konsequenz. Die Gruppe als entscheidender Faktor Ein überraschend starker Effekt entstand durch die Arbeit in der Gruppe. Offen über eigene Unsicherheiten zu sprechen und festzustellen, dass andere mit ähnlichen Themen kämpfen, hat bei vielen Teilnehmern eine neue Perspektive eröffnet. Drucksituationen, Nervosität oder die Angst vor Fehlern sind keine Einzelfälle. Sie gehören zum Spiel. Der Austausch hat geholfen, diese Themen einzuordnen und besser damit umzugehen. Technik und Mentalität greifen ineinander So klar die mentale Komponente im Fokus stand, eine Erkenntnis blieb zentral. Mentale Stärke ersetzt keine technische Grundlage. Erst das Zusammenspiel aus stabiler Technik und klarer mentaler Ausrichtung ermöglicht nachhaltige Entwicklung. Wer seine Fähigkeiten realistisch einschätzt und darauf aufbaut, trifft bessere Entscheidungen. Struktur schafft Sicherheit Ein weiterer Baustein war das Course Management. Kenntnis der eigenen Schlagweiten, ein realistischer Blick auf das eigene Spiel und ein klarer Plan für die Runde reduzieren Druck und schaffen Sicherheit. Auch scheinbar einfache Themen wie Regeln und Abläufe haben dabei eine größere Rolle gespielt als erwartet. Ein Projekt mit Wirkung – und offenen Enden Das Projekt hat gezeigt, wie unterschiedlich Teilnehmer mit mentalem Training umgehen. Nicht jeder ist bereit, die notwendige Disziplin aufzubringen. Nicht jeder möchte sich intensiv mit den eigenen Mustern auseinandersetzen. Gleichzeitig wurde deutlich, welches Potenzial darin steckt. Für diejenigen, die sich darauf einlassen, entsteht ein nachhaltiger Effekt, der über einzelne Runden hinausgeht. Die abschließende wissenschaftliche Auswertung steht noch aus. Erste Rückmeldungen aus der Praxis zeigen jedoch bereits, dass das Projekt mehr war als ein klassisches Trainingsangebot. Fazit Mentale Stärke im Golf ist kein kurzfristiger Hebel. Sie entsteht durch Wiederholung, Klarheit und die Bereitschaft, das eigene Spiel ehrlich zu hinterfragen. Das Projekt in Hainhaus hat dafür eine Grundlage geschaffen. Wie nachhaltig diese wirkt, entscheidet sich auf dem Platz. Runde für Runde. „Wintertraining im Golf bedeutete für mich bisher immer Technik und Arbeiten am Schwung. Das Mental Coaching war daher ein neuer Ansatz, den ich aufgrund meiner guten Erfahrungen mit Andreas Probst gerne ausprobiert habe. Wir waren eine größere Gruppe mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Erwartungen. Durch die vielen angebotenen Termine hat sich das aber gut verteilt. Neben Theorie gab es praktische Übungen auf der Range und auch 9-Loch-Runden. Was mir gut gefallen hat, war die entspannte Atmosphäre und die Art, wie die Inhalte vermittelt wurden. Die Gruppe war durchweg angenehm, und es wurden viele unterschiedliche Themen angesprochen. Der wissenschaftliche Ansatz hat sich mir persönlich nicht vollständig erschlossen. Und ich hätte mir gewünscht, dass einige mentale Bereiche noch intensiver behandelt werden. Trotzdem nehme ich aus dem Training hilfreiche Ansätze mit. Ich denke, dass jeder Teilnehmer etwas für sein eigenes Spiel mitnehmen konnte. Sollte ein ähnlicher Kurs mit etwas angepasstem Fokus wieder angeboten werden, wäre ich wieder dabei.“ Teilnehmerstimme Torsten Pade über das Mentaltraining „Mentale Stärke ersetzt keine technische Grundlage“ ANDREAS PROBST | MENTALE STÄRKE IM FOKUS 83 www.birdie-magazin.de Birdie01|2026
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