Das Talent der sympathischen Niedersächsin kommt nicht von irgendwo her: Ihre Mutter Anne Terhorst (geb. Bruns) stürmte 1995 auf dem 800m zum Deutschen Meistertitel und nahm im selben Jahr an der Weltmeisterschaft in Göteborg teil. Auch Paulas Schwestern, Ida und Lotta, sind auf den LeichtathletikZug aufgesprungen und dominieren aktuell in der niedersächsischen Leichtathletik der weiblichen Jugend U18 und der W14. Kurz nachdem Paula Terhorst in Karlsruhe über die 1.500m die Norm für die diesjährige U20-Weltmeisterschaft im USamerikanischen Eugene geknackt hat, treffen wir die Athletin des NLV HIGH PERFORMANCE TEAMs und ihre Mutter zu einem gemeinsamen Gespräch. Paula erzählt von den ersten großen Rückschlägen in ihrer Karriere und davon, wie es ist, in einer Leichtathletik-Familie aufzuwachsen. Gratulation zum schnellen Renen in Karlsruhe, Paula! Wie hat es sich angefühlt, wieder auf der Bahn zu stehen und dann auch noch direkt die WMNorm abzuhaken? Dankeschön! Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, wieder zu laufen. Nachdem ich im Winter lange verletzt war, ist es einfach schön, wieder Wettkämpfe bestreiten zu können. Dass es dann im ersten Rennen direkt mit der WM-Norm geklappt hat, hat mich umso mehr gefreut. Wir haben uns nach der Verletzung dazu entschieden, dass ich auf den 1.500m einsteige. Das war etwas ungewohnt, aber auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich habe mich sehr fit gefühlt. Wenn ich jetzt noch weiter trainiere und gesund bleibe, kann es gerne noch ein bisschen schneller werden in dieser Saison. Vor dem Rennen in Karlsruhe musstest du aufgrund der Verletzung eine lange Wettkampfpause einlegen. Hast du das vor dem Start gemerkt? Warst du nervöser als sonst? Wie gehst du mit der Anspannung um? Ja, das habe ich schon gemerkt. Ich habe seit letztem August keine Rennen mehr bestritten und auch generell nicht so viele schnelle, spezifische Tempoläufe machen können. Deshalb war ich sehr gespannt, was das dann wird. Aber es hat sich auf jeden Fall gut angefühlt und man kommt auch schnell wieder rein. Wenn ich nervös werde, dann versuche ich, mich auf mich selbst zu konzentrieren und die Anspannung nicht Überhand gewinnen zu lassen. Ich versuche, kurz zur Ruhe zu kommen. Du warst lange verletzt und musstest die Hallensaison aussetzen. Was genau war da los? War das deine erste schwerere Verletzung? Leider nicht. Ich war auch im letzten Frühling schon verletzt und hatte ein Ödem im Fuß. Dieses Jahr war es dann ein Ödem am Schienbein. Die Verletzung hat sich relativ lange gezogen, sodass ich von Weihnachten bis März gar nicht laufen konnte. Das war – so mitten in der Wintervorbereitung – überhaupt nicht optimal. Ich habe viel alternatives Training auf dem Fahrrad gemacht. Das hat ganz gut geklappt, um die Ausdauereinheiten zu kompensieren. Aber es wäre natürlich schöner gewesen, wenn ich die gesamte Vorbereitung über hätte laufen dürfen. War das eine mental sehr herausfordernde Zeit? Man bekommt ja bestimmt auch mit, dass alle anderen fleißig am trainieren sind… Ja, das war auf jeden Fall keine leichte Zeit. Ich habe kurz vor Weihnachten erfahren, dass ich erstmal nicht laufen darf und dementsprechend waren die Feiertage nicht ganz so schön für mich. Ich bin trotzdem mit ins Trainingslager nach Monte Gordo gefahren. Dort war es schon hart, die anderen trainieren zu sehen, während ich nur das Fahrrad oder den Crosstrainer nutzen durfte. mf. Gemeinsam mit ihrer Mutter Anne Terhorst (geb. Bruns) im Interview: MittelstreckenAss Paula Tehorst hat sich nach einer langwierigen Verletzung zurückgekämpft und möchte es nun zur U20-Weltmeisterschaft nach Eugene schaffen. Auf der Mittelstrecke ist sie aktuell eines der größten Talente, das Niedersachsen zu bieten hat: Seit mehreren Jahren mischt Paula Tehorst vom VfL Löningen die nationale und internationale Konkurrenz ordentlich auf – insbesondere auf den 800m, ihrer Paradestrecke. Hier feierte die Abiturientin, die in diesem Sommer ihren 19. Geburtstag feiert, schon Deutsche Meistertitel in der U16 und in der U18, bevor sie im vergangenen Jahr in Bochum-Wattenscheid hinter Jana Maria Becker Deutsche U20-Vizemeisterin wurde. Im Jahr 2024, als sie bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe in 2:05,43min das bisher schnellste Rennen ihrer Karriere lief, qualifizierte sie sich erstmals für eine internationale Meisterschaft. Bei der U18-Europameisterschaft in Slowenien erreichte sie vor zwei Jahren das Halbfinale, bei der U20Europameisterschaft im finnischen Tampere belegte sie im letzten August Rang zwölf. Interview: Paula Terhorst: „Ich wusste gar nicht, dass Mama mal so erfolgreich war“ NLV-StaffelStab August 2026 · 14
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