auf das Rad muss, ist das natürlich selten schön. Aber ich erinnere mich dann immer daran, wofür ich das mache. Und wenn ich das Training geschafft habe, dann bin ich eigentlich immer glücklich und froh, dass ich es gemacht habe. An welche Momente deiner bisherigen Karriere erinnerst du dich dann? Welche waren die Schönsten bisher? Highlights sind für mich bis heute mein erster Landesmeistertitel aus (2021) und mein erster DM-Titel. Dafür habe ich lange und viel gearbeitet und die Erfolge haben sich nach sehr großen Meilensteinen, die ich endlich geschafft habe, angefühlt. Der Tag, als ich 2024 in der U18 Deutsche Meisterin wurde und mich für die EM qualifiziert habe, war auch superschön. Meine ganze Familie war im Stadion und hat mich dann im Ziel in Empfang genommen. Aber auch das Rennen kurz nach der Verletzung, als ich in Karlsruhe direkt die WM-Norm gelaufen bin, war besonders. Für diese Momente arbeitet man hart. Führst du das Feld in einem Rennen lieber oder behältst du es gerne von hinten im Blick? Am liebsten mag ich es, wenn ich mich an Position zwei oder drei aufhalte. Das finde ich eigentlich immer ganz praktisch, weil man schauen kann, was passiert, und gleichzeitig schnell reagieren kann. Die PB deiner Mutter liegt bei 2:02,62min. Wann wird die geknackt? Mein Trainer fragt mich manchmal, ob ich denn jetzt schon den Familienrekord geknackt habe. Ich selbst denke da aber nicht dran und habe das auch nicht aktiv als Ziel (lacht). Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ich meine persönliche Bestleistung steigern und mich verbessern kann. Aber die Zeit meiner Mutter zu unterbieten ist nicht das, was ich unbedingt erreichen möchte. Ich werde es aber versuchen! Wie sieht es denn aus mit dem weiteren Verlauf dieser Saison? Worauf liegt der Fokus und was sind deine Ziele? Die Teilnahme an der U20-WM ist das große Ziel. Daran möchte ich echt gerne teilnehmen. Ich war noch nie in den USA und es wäre wirklich etwas Besonders, im Stadion von Eugene an den Start zu gehen. Erst einmal liegt der Fokus aber auf der DM U20, weil ich mich für die WM natürlich qualifizieren muss. Vorher plane ich noch mit einem 800mStart bei der LM in Lingen und vielleicht auch mit einer Teilnahme an der DM U23. Deine Vereinskollegin Lera Miller möchte sich auch für die WM qualifizieren – ihr seid aktuell in derselben Altersklasse und oft Konkurrentinnen. Pusht ihr euch gegenseitig? Seid ihr ein gutes Team? Lera und ich trainieren zwei- bis dreimal in der Woche zusammen in Löningen und kämpfen uns insbesondere durch die Tempoläufe gerne gemeinsam durch. Zu Wettkämpfen und ins Trainingslager fahren wir auch immer zusammen. Es ist schön, dass man überall immer jemanden bei sich hat, den man gut kennt. Im Wettkampf sind wir dann aber natürlich Konkurrentinnen und wollen beide die Beste sein. Ich würde sagen, dass wir es beide nicht so gerne mögen, gegeneinander zu laufen. Aber das gehört zum Sport dazu und niemand ist dem anderen böse, wenn er besser ist. Der VfL Löningen ist eine ganz schöne Talentschmiede. Was ist euer Erfolgsrezept? Unser Trainer macht einen richtig guten Job und wir profitieren sehr davon, dass wir alle gemeinsam trainieren können. Er passt unsere Programme eigentlich immer so an, dass nie jemand alleine laufen muss. Das bringt unglaublich viel, wenn man mit einer Gruppe trainieren kann und weiß, dass man sich nicht alleine durch die harten Läufe kämpfen muss. Viele von uns machen in diesem Jahr ihr Abitur, deshalb wird es jetzt bald spannend, wo es alle so hin verschlägt. Ich bin aber super zufrieden mit den Trainingsbedingungen in Löningen und kann mir aktuell gut vorstellen, hier zu bleiben. Ich finde es eigentlich ganz cool, dass wir alle Leichtathletik machen. Druck habe ich nie verspürt. Ich wusste eine lange Zeit gar nicht, dass Mama auch Leichtathletik gemacht hat und erfolgreich war. Das habe ich dann irgendwann über jemand anderen erfahren. Ich habe nur mit der Leichtathletik angefangen, weil meine Cousine das damals gemacht hat und ich mal mitgegangen bin. Meine Mutter hat uns immer gesagt, dass wir das machen sollen, was uns Spaß bereitet. Es wäre völlig okay gewesen, wenn wir uns für eine andere Sportart entschieden hätten. Ich habe früher zum Beispiel auch geturnt, bin Einrad gefahren und habe eine kurze Zeit Handball gespielt. An der Leichtathletik bin ich dann einfach hängen geblieben und ich bin sehr froh, dass meine beiden Schwestern sich auch dafür entschieden haben. Das Laufen hat es dir dann ziemlich schnell angetan. Was machst du gerne, wenn du mal nicht auf dem Sportplatz bist? Laufen ist eigentlich der Ausgleich zu meinem restlichen Leben und nimmt natürlich sehr viel Platz ein. Ansonsten treffe ich mich aber gerne mit Freuden. Kochen, backen und malen macht mir auch sehr viel Spaß. Ich bin gerne kreativ. Was ist eigentlich das Schöne am Laufen? Ich finde es schön, dass man das immer machen kann, wenn man Lust darauf hat und nichts dafür braucht. Es hilft, den Kopf freizukriegen und bietet einem gleichzeitig die Chance, an seine Grenzen zu gehen. Ich genieße es auch immer sehr, in der Gruppe laufen zu gehen. Das Coole am Laufen ist, dass man auch wirklich besser wird, wenn man dranbleibt. Man kann einen Prozess beobachten und sich stetig weiterentwickeln. Gibt es auch Tage, an denen du keine Lust auf das Training hast? Was machst du dann? Ja, ich habe natürlich auch nicht immer Lust auf Training. Wenn es im Winter kalt, dunkel und regnerisch ist oder ich für eine lange Einheit NLV-StaffelStab August 2026 · 16
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